#132 Markus Heidemanns, „Nie wieder mit Publikum!“

Mein heutiger Gast ist Strippenzieher, Komponist, Dirigent, Ideen-Jongleur, Erfinder, Nervensäge und Perfektionist. Oder in einem Wort: Fernsehmacher. Produzent. Chefredakteur. Und zwar der von „Markus Lanz“. Der Wahl-Hamburger Markus Heidemanns ist seit gut dreißig Jahren im TV-Geschäft und hat unzählige Formate entwickelt, begleitet und (manche) groß gemacht. In den 90ern hat er als Redaktionsleiter für Harald Schmidt gearbeitet, danach Sendungen wie „Johannes B. Kerner“, „Lafer, Lichter, Lecker“, „Küchenschlacht“ produziert und entwickelt, und dann kam 2008 eben auch noch ein gewisser Herr Lanz dazu. Der Rest ist erlebte TV-Geschichte. Und die deutsche Fernsehnation darf seitdem miterleben, wie sich da eine Talkshow zu einer neuen Gattung entwickelt (hat). Spätestens seit der Pandemie.

Wer in dieser Sendung zum falschen Moment zum Wasserglas greift, wenn sich sekundenlanges Schweigen plötzlich endlos anfühlt, der wird kein Kanzler mehr. Wie konnte es soweit kommen? Markus Heidemanns modelliert im Zusammenspiel mit Moderator Markus Lanz ein ganz neues Bühnenspiel im Deutschen Fernsehen, echt, entlarvend, mit Raum für Zwischentöne und unbequeme Wahrheiten.

Wir blicken in der heutigen Episode hinter die Kulissen dieses Treibens, vor allem aber auch hinter die Kulissen dieses ungewöhnlichen Mannes, der mit viel Herz und Hirn die TV-Landschaft prägt – und es sich aus Prinzip nie bequem macht.

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#131 Sophie Rosentreter „Wie ausgesaugte Geister“

Heute wird Klartext geredet! Und zwar über ein Thema, das jeden, wirklich jeden(!), angeht. Denn es ist eben so: Wer alt wird, der braucht in der Regel irgendwann Hilfe. Die eine mehr, der andere weniger. Und oft gesellen sich zu allem Überfluss noch eine weitere Lebensabnutzungserscheinungen dazu: Gebrechlichkeit, Krankheiten und oft auch Demenz (Das Spektrum reicht von „ein bisschen tüdelig“ bis „komplett weggetreten“).

Alt sein hat sicher sehr viele schöne Seiten, aber die alltäglichen Herausforderungen werden mit jedem weiteren Jahresring beschwerlicher und unüberwindbarer. Und darüber spreche ich heute mit Sophie Rosentreter, die sich nach ihrer fulminanten Karriere als Model und Moderatorin zur Lebensaufgabe gemacht hat, das Tabu umwehte Thema „Demenz“ von seinen Vorurteilen und Missverständnissen zu befreien und stattdessen mit Lösungen und Angeboten endlich menschenwürdig zu handhaben.

Sophie kümmert sich mit ihren Projekten um drei Seiten der Demenz. Seite 1: Die Demenzkranken selbst. Vielen kann man erstaunlich gut helfen, wenn man denn weiß wie. Seite 2: Die Angehörigen. Viele fühlen sich ohnmächtig, überfordert und alleingelassen mit ihren nächsten Verwandten, wenn es da oben im Kopf zu Signalstörungen und Ausfällen kommt. Seite 3: Der dramatische Pflegenotstand in Deutschland. Unsere Gesellschaft rast mit Höchstgeschwindigkeit auf eine Katastrophe zu, wenn nicht endlich gehandelt wird. Es gibt viel zu wenig Pflegekräfte, die viel zu viele Alte und Kranke pflegen müssen. Und mit der Überalterung der Gesellschaft sehen wir derzeit erst die Spitze des Eisberges.

Zeit zu handeln, Zeit hier genau hinzuhören!
Und wer mehr über das besondere Leben von Sophie Rosentreter erfahren möchte, dem empfehle ich Episode #15 meines Podcast.

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#130 König Boris, „Humor war immer der Treiber“

König Boris ist Gründungsmitglied der Hamburger Hip-Hop-Institution Fettes Brot. Seit fast 30 Jahren mischt die Gruppe mit genialen Songs die Szene auf – schlaue Texte, gute Musik, immer wieder anders, quirlig, eckig, witzig, rasant norddeutsch. Wo ist die Zeit geblieben, möchte man kreischen – 30 Jahre!

Grund genug jedenfalls, mit König Boris, der im bürgerlichen Leben auf den Namen Boris Lauterbach anspringt, eine (fast) nostalgische Reise zu unternehmen zu den wichtigsten Meilensteinen seiner außergewöhnlichen Karriere – und damit auch der Band.

Aber das ist natürlich nicht alles. Wir schauen auch auf das, was aktuell in seinem Leben abgeht, wie die Digitalisierung sein Musikerdasein auf den Kopf gestellt hat, sein Dasein auf Instagram und Spotify, tanzende Malermeister und gespenstisch leere Straßen zu Zeiten der Pandemie.



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#129 Benjamin Adrion, „Es sollen alle profitieren!“

Tu Gutes, hab Spaß dabei, sprich darüber – und filtere die Arschlöcher. – So in etwa könnte man die Philosophie meines heutigen Gastes zusammenfassen. Benny Adrion hat vor knapp 16 Jahren die Hilfsplattform „Viva con Agua“ gegründet und in die Welt geführt. Inzwischen helfen tausende Mitglieder rund um den Globus, die Welt besser zu machen. Und das nicht nur mit Zugang zu frischem Trinkwasser (damit fing alles an), sondern auch die Verbesserung von Waschsituationen, Sanitär und Hygiene und was sonst noch zu verbessern ist.

Der ehemalige Profi-Fußballer schaut erfrischend klar und klug auf diese Welt und auf sich selbst. Nie ging es ihm darum, sich verbissen an ein Ziel zu klammern. Das war schon bei seiner Karriere als Fußballer so. „Ich mach nicht das Mutter-Theresa-Ding und spiel den selbstlosen Helfer“, sagt er von sich selbst. Vielmehr geht es ihm darum, die gute Sache mit guten Leuten voranzutreiben, mit Herz und Leidenschaft, Lust am Leben und an dieser Welt. Und so nutzt er bewusst Plattformen (zum Beispiel seine enge Bindung zum FC St.Pauli), um Aufmerksamkeit für seine Projekte zu finden.

In unserem Gespräch schauen wir hinter die Kulissen von Benny Adrion, sein überraschendes Leben in Süd Afrika, das Bauprojekt Villa Viva im Hamburger Münzviertel und die Shareholder-Gang („Kein Cent Spendengelder!“) und lernen wieder einmal: Alles geht, man muss nur machen!

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#128 Till Hoheneder, „Du musst gerne geben!“

Till Hoheneder ist uns allen bekannt als feingeistiger und lustiger Antagonist von Atze Schröder (“Zärtliche Cousinen”), als einfühlsamer und hinhörender Co-Autor zahlreicher Autobiografien (u.a. Horst Lichter, Gaby Köster, Mike Krüger), als Comedian und Musiker. Ein echtes Multitalent – schlau, schnell, mit allen Wassern gewaschen und mit einem exzellenten Menschenverstand ausgestattet. Till hat in seiner langen Karriere kometenhafte Auf- und Abstiege erlebt, ist dabei jedoch mit beiden Füßen immer am Boden geblieben.
Er war bereits einige Male in meiner Show, allein und auch gemeinsam mit seinem besten Freund Atze. Wer mehr über seinen außergewöhnlichen Lebensweg erfahren möchte, dem empfehle ich zuerst die Folge #17. Und dann #72 und #42.
In der heutigen Folge beschäftigen wir uns ausschließlich mit der bevorstehenden Bundestagswahl und diskutieren über den Status Quo der Gesellschaft in dieser so wunderschönen wie zerbrechlichen Republik. Wir sprechen über die Vermittelbarkeit von Politik, stochern in Gerechtigkeitslücken, fragen nach Verantwortung des Einzelnen und die Pflichtverteilung zwischen “denen da oben” und dem einzelnen Bürger. Till zeigt hier eine klare Haltung: Wem diese Gesellschaftsordnung etwas wert ist, der muss für sie wieder und wieder einstehen.

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#127 Lothar Frenz, „Wer wird überleben?“

So, werte und hochverehrte Parasiten, heute bitte genau zuhören! Der Wissenschaftler Lothar Frenz hat ein hochinteressantes und zugleich wichtiges Buch geschrieben. Ein Buch, das uns alle angeht: „Wer wird überleben?“, so sein Titel, der gleichzeitig die Kernfrage unserer Zeit stellt. Klimakrise, Corona-Pandemie, Überbevölkerung – der schonungslose Raubbau an unserer Erde hinterlässt tiefe Furchen in unserer Umwelt. Die Menschheit steht am Scheideweg, ein guter oder eben ein schlechter Parasit dieses Planeten zu sein. Denn nichts anderes sind wir: Parasiten. Und die Natur ist unser Wirt.

Lothar Frenz stellt uns in seinem Buch (und natürlich auch in unserem Gespräch), den vielleicht unangenehmsten und ekligsten Parasiten neben uns vor, den Guineawurm. Wer den nicht kennt, sollte ihn dringend kennenlernen. Denn es geht dem Biologen darum, die Perspektive zu wechseln und dann das eigene Handeln zu hinterfragen – und dann vor allem eine Tatsache zu akzeptieren: Die Menschheit befindet sich in einem Zustand höchster Verwirrung. Wir wissen nicht, was passiert, können die Zusammenhänge nicht nachvollziehen. Also sollten wir auch nicht so tun, als ob wir das könnten. Über all das sprechen wir in dieser Folge ganz ausführlich. Und so verrückt es klingen mag: Ich bin mit Hoffnung und Zuversicht aus dem Gespräch gegangen. Wir alle zusammen können das nämlich hinkriegen, wenn wir die Natur nur endlich in Ruhe (und damit am Leben) lassen.

Wer den Menschen Lothar Frenz mehr kennenlernen möchte, dem empfehle ich, Folge #55 nachzuhören. Dort sprechen wir über seinen ungewöhnlichen Werdegang und seine ganz besondere Beziehung zu Loki Schmidt.

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GARDENA und ihrem Podcast „Im Traumgarten von…“

für alle Hobbygärtner:innen und solche, die es werden wollen. Hört mal rein und abonniertihn für wertvolle Gartentipps! Der Podcast ist auf allen gängigen Plattformen verfügbar.

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#126 Lucas Vogelsang „Es wird alles noch absurder!“

Ach, da ist er endlich wieder. Lucas Vogelsang, das schlaue L des Erfolgs-Podcasts Fußball MML. Und wer nicht so auf Fußball steht: Vielen Hörern ist er vor allem bekannt als hintergründiger und kritischer Autor und Journalist. Ein wacher, brillanter Geist. Das Feuilleton liebt ihn, seine Leser (und Hörer) feiern ihn – und andersrum. Und wer ihn nicht kennen sollte, dem lege ich die Folge #63 meiner Show nahe. Da sprechen wir ausführlich über den ungewöhnlichen Lebenslauf meines Gastes.

Heute sprechen wir vor allem über die reichlich absurde gesellschaftliche Großwetterlage des Sommers 2021 im Zeichen der Corona-Pandemie und der Klimakatastrophe. Diese seltsamen Blüten des Handels der Menschen. Die paneuropäische Europameisterschaft (Euro 2020) im Jahr zwei der Pandemie, die anstehende und völlig falsch anmutende WM im Knechter-Staat Katar, die publikumsfreie Olympiade in Tokio. Und so weiter. Eigentlich kann all dem Wahnsinn nur mit blanken Zynismus begegnen. Aber es muss ja weitergehen, irgendwie. Lucas ist voller Antrieb und Zuversicht. Und so schöpfen wir in der zweiten Hälfte des Gesprächs aus dem Vollen und begleiten ihn durch seinen bunten Journalisten-Alltag! Hinhören, zuhören – das ist (und tut) richtig gut.

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#125 Reinhard Remfort, „Lass uns über Außerirdische sprechen“

Spätestens seitdem Ex-US-Präsident Barack Obama in der Late Night Show von James Cordon mit ernster Miene meinte „We don’t know exactly what they are“, hat das Thema Außerirdische und deren fliegende Kisten (beziehungsweise Schüsseln) rasant an Faszination – und Aktualität – gewonnen. Die Fakten dazu lieferte dann im Sommer das Pentagon und veröffentliche einen dicken Stapel dokumentierter Sichtungen. Was ist also dran an der Sache? Gibt es außerirdische Wesen, mindestens so schlau wie Apple, Google und Elon Musk kombiniert, die durch die Galaxie düsen, Planeten verwalten und zwischendurch bei uns vorbeikommen und nach dem Rechten sehen?

Diese Frage beleuchte ich heute gemeinsam mit meinen wunderbaren Gast Reinhard Remfort, dem bekannten Co-Host aus den Podcasts „Methodisch inkorrekt“ (mit Nicolas Wöhrl) und „AAA – Alliteration am Arsch“ (mit Bastian Bielendorfer).

Treue Hörer meiner Show kennen Reinhard bereits aus den Folgen #67 und #93. Der promovierte Physiker (Festkörper!) und Science-Entertainer liest sich mit Leidenschaft in fachferne Themen ein und verknüpft und verarbeitet sie, brillant und witzig zugleich, mit der Sicht seiner Zunft. Der ideale Gesprächspartner also für dieses wunderbare Thema. Erst recht, da wir beide schon als Jugendliche eine leichte Schwäche für Erich von Däniken und Konsorten hatten…

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#124 Etienne Gardé, „Alles auf eine Karte gesetzt“

Ein (stereo)typisches Bild in deutschen Elektro-Kaufhäusern Ende der 90er Jahre: Ein Haufen Jungs, die nach der Schule stundenlang wie besessen an Spielekonsolen daddeln. Und das jeden Tag. Konsequent. “Oh je, diese Jugend von heute! Aus denen wird nie etwas”, wird manch einer kopfschüttelnd gestöhnt haben. Das ist natürlich großer Quatsch, denn jede Generation sucht sich und findet ihren Weg.

Heute unterhalte ich mich mit Etienne Gardé, einem der Gründer des Hamburger Medien-Unternehmens Rocket Beans. Etienne war einer dieser Jungs, die damals so nichtsnutzig an den Konsolen hingen. Und nach dem Abitur (“siehste!”) hatte er überhaupt keine Ahnung, was er werden wollte (Gegenseite: “siehste!”). Aber der Frankfurter machte das einzige Richtige: Er machte. Und so bewarb er sich beim damals neu gegründeten TV-Sender GIGA TV und wurde dort prompt Moderator, um dort vornehmlich Video-Games zu besprechen. Genau sein Ding.

Irgendwann nahm er sein Schicksal selbst in die Hand, gründete mit Moderationskollegen (Daniel Budiman, Nils Bomhoff und Simon Krätschmer) die Produktionsfirma Rocket Beans Entertainment GmbH und produziert seitdem sehr erfolgreich auf eigene Rechnung Shows für TV, Youtube, Twitch und Podcasts. Maximaler Spaß ist dabei wichtiger als maximaler Profit, und mit diesem Prinzip produzieren die über 150 Mitarbeiter erstklassige Ware.

Eine typische Quereinsteiger-Story also. Und wieder mal bestätigt sich, was wir alle längst wissen: Alles geht, man muss nur machen.



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#123 Niko Backspin, „Twitch ist die Zukunft“

Meinen heutigen Gast kennen wir bereits aus Episode #59. Der Journalist und Medien-Unternehmer Niko “Backspin” Hüls ist quasi das Rückgrat des Deutschen Hip-Hop. Unermüdlich und authentisch setzt er sich seit vielen Jahren für diese enorm vielseitige und wichtige Kultur ein, mit seinen Magazinen und zahlreichen Formaten in Print, TV, Internet, Podcast, YouTube und Twitch begleitet er die Szene auf Augenhöhe. Mit dem sehr aufwendig produzierten Buch “Hip-Hop Kultur” hat er gerade eine Art Bestandsaufnahme veröffentlicht.

Natürlich hat Corona auch seinen Alltag auf den Kopf gestellt. Aber ihm ist es glücklicherweise gelungen, die Lage zu nutzen, um sich und sein Unternehmen neu aufzustellen – vielleicht sogar neu zu erfinden. Und so steht er nun nach über einem Jahr mit neuen, sehr spannenden und interessanten Projekten da. Es lohnt sich reinzuhören: Vor allem seine neue Rolle als “Head of Music” der neugegründeten “European League of Football” gibt einen Geschmack auf das ungeheure Potenzial des deutschen und europäischen Hip-Hops. Just saying.



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#122 Björn Beton, “Du hast wohl zu viel Miami Vice geguckt”

Die heutige Episode ist eine “Nerd-Show” vom feinsten, und das geht am allerbesten mit meinem Gast Björn Beton, dem Gründungsmitglied von der HipHop-Kombo “Fettes Brot”. Björn, der im wirklichen Leben auf den Namen Björn Warns hört, ist in den Siebzigern und Achtzigern in Pinneberg aufgewachsen und hat schon in frühen Jahren seine grenzenlose Liebe für Graffiti, HipHop und “Star Wars” entdeckt, in vollen Zügen gelebt – und (wenn man es mit etwas Abstand betrachtet) um diese drei Säulen letztendlich sein Leben modelliert.

Wir sprechen ausführlich über alles Wichtige: Warum S-Bahn-Surfen schon früher nicht cool war, die Hausdurchsuchung der übereifrigen SOKO Graffiti im Elternhaus, die Leidenschaft für Rollenspiele – von Star Wars bis Call of Cthulu. Und natürlich darf auch der lange und unglaublich erfolgreiche Weg mit “Fettes Brot” nicht fehlen, und die vielen weiteren Projekte, die sich links und rechts neben dem Weg ergeben haben – wie zum Beispiel Björns Podcast „Gefährliches Halbwesen“

Björn, der zweifache Vater aus der pinnebergschen Provinz (der “Achselbehaarung Europas”), der erst im Alter in die City ziehen will, ist unglaublich facettenreich – und gleichzeitig vollkommen auf dem Boden geblieben. Ein Quereinsteiger auf norddeutsch.

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#121 Anna Thalbach, „In Liebe gebadet“

Sie ist eine der bekanntesten und renommiertesten Schauspielerinnen der Republik. Obwohl – „Charakter-Darstellerin“ ist vielleicht die treffendere Bezeichnung. Anna Thalbach füllt mit ihrer Präsenz jeden Saal, mit ihrer Stimme erreicht sie nach Belieben mit zarten oder harten Tönen auch die hintersten Ränge. Theater, TV, Film. Und natürlich ist sie noch viel mehr: Sie führt Regie, schreibt, malt, liest (Hörbücher ein), inszeniert. Sie atmet Kultur, wachsam und belesen stürmt sie mit Leichtigkeit durch jedes Feuilleton.

Wie wird man wie Anna Thalbach? War ihr tatsächlich all das in die Wiege gelegt, schließlich entstammt sie einer großen deutschen – sagen wir mal – Theater-Dynastie in Berlin. Katharina Thalbach. Vladimir Weigl. Benno Besson. Ist da das Talent (und der Erfolg) automatisch eingebaut? Kleiner Spoiler: Anna konnte schon mit vier Jahren lesen – und hat seitdem nicht mehr aufgehört.

Ich spreche mit ihr über ihren besonderen Weg, ihre Karriere, ihren Arbeitsalltag. Aber auch über (prägende) TV-Serien unserer Jugend – und ihre Leidenschaft für Instagram.

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#120 Markus Kavka, „Ich bin glücklich“

Immer schwarz gekleidet, unglaublich lässig, sehr gebildet, cool, jederzeit souverän – und im Herzen schon immer (und bis heute) ein „Goth“. Die Rede ist von keinem Geringen als Markus Kavka, die Institution des Deutschen Musikfernsehens, wenn es um Metal, Rock oder auch Alternative geht. Ob früher auf Viva und MTV – und später dann bei den privaten Sendern und bei den Öffentlich-Rechtlichen, Markus muss immer dann ran, wenn die Großen kommen: Ozzy Osbourne, Metallica und all die anderen.

Nebenher schreibt der Musik-Journalist außerdem Bücher (zuletzt über Depeche Mode), arbeitet als DJ und moderiert eine YouTube-Show namens „Bar-Talk“ (jetzt auch als Podcast). „Bar-Talk“ ist nicht einfach das x-te Talk-Format, sondern vielmehr der – sehr geglückte und wichtige – Versuch, mit bekannten Menschen (u.a. Clueso, Nova Meierhenrich, Nora Tschirner) über Ängste, Alleinsein, Depressionen und Suizid zu sprechen. Dahinter steckt der Verein „Freunde fürs Leben e.V.“ Die Mission: Suizide verhindern, denn es gibt immer einen Ausweg.

Über all das sprechen wir in dieser Episode ausführlich und schauen auf einen Mann, der seine Kindheit in einem klitzekleinen, sehr beschaulichen Dorf bei Ingolstadt verbrachte und als Junge die „Gothic-Kultur“ für sich entdeckte. Ausgerechnet.

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#119 Uwe Frommhold „Wir brauchen einfache Lösungen“

Die Entertainment-Branche ist in Not. Ob Künstler, Veranstalter, Ton-Techniker, Rowdies, Service-Kräfte, Ticket-Verkäufer, Licht-Techniker, Maskenbildner, Dekorateure und, und, und… eine ganze Industrie ist still- und in Ketten gelegt. Und nach über einem Jahr: ausgelaugt. Und während sich andere Branchen dank bester Kontakte und fein justierter Lobby-Arbeit auf großzügige Staatshilfen verlassen können, stehen Kunst und Kultur – ob klein, ob groß – oft “brotlos” und alleingelassen da. Das hinterlässt Spuren.

In dieser Episode spreche ich mit Uwe Frommhold. Wer diesen reflektierten, klugen, großen Mann noch nicht kennt, dem empfehle ich, zuerst Folge 6 zu hören.

Uwe steuert u.a. zwei große Arenen in Deutschland – eine in Hamburg, eine in Berlin (er ist COO der Anschutz Entertainment Group Germany). Es ist bemerkenswert, was er über die vergangenen 15 Monate zu berichten hat. Uwe Frommhold ist einer, der das große Ganze sieht – immer der Kunst (und den Künstlern) verpflichtet, aber eben auch seinen Mitarbeitern und dem Publikum. Das ist kräftezehrend. Reflektiert und klug analysiert er die Lage, steht ein für das Gute – und/aber verzweifelt zwischenzeitlich an der mangelnden intellektuellen Flexibilität (kurz: Bräsigkeit) der Regierung.

Wer mitreden will, der höre diesem Mann zu.



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#118 Horst Lichter, „Ich bin dann mal still“

Mein heutiger Gast ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten unseres Landes. Dieses unglaublich freundliche Gesicht, die rührige, herzliche Art, der Schnauzer, die Brille, der Dialekt – die Rede ist natürlich von Horst Lichter. Ob früher in seinen zahlreichen Kochshows oder seit einigen Jahren mit seiner wunderbaren ZDF-Show “Bares für Rares” – der Publikumsliebling ist eine feste Größe der Fernsehunterhaltung.

Aber das, was da soooo gemütlich und entspannt daherkommt, ist in Wirklichkeit knüppelharte Arbeit. Horst ist in seinem Leben oft bis hinter die Grenzen der totalen Erschöpfung gegangen, musste viele Schicksalsschläge hinnehmen – immer fleißig, immer im Vorwärtsgang. Und wir erfahren: Im Trubel der grellen und schnellen TV-Unterhaltung hat er sich oft selbst nicht mehr gehört.

All das hat Horst Lichter gemeinsam mit seinem Co-Autor und Freund Till Hoheneder (siehe Folgen #17, #42, #72) in einem bemerkenswerten Buch beleuchtet – oder besser: belauscht. “Ich bin dann mal still”, so heißt das Werk, das bereits ganz oben in der Spiegel-Bestseller-Liste angekommen ist.

Und so war ich dann in unserem Gespräch auch ausnahmsweise mal ganz leise – und habe Horst einfach erzählen lassen.

Ich ziehe den Hut und verneige mich vor einem großen Mann, den ich fest in mein Herz geschlossen habe.


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